Geschichte Rheinbreitbachs






Geschichte Rheinbreitbachs

Die Gründungszeit von Rheinbreitbach ist unbekannt. Aufgrund von Fundstücken (heidnische Grabbeilagen) eines fränkischen Reihengrabes aus der Zeit Clodwigs, das um 1900 bei Bauarbeiten im Bereich von "Haus Elisabeth" entdeckt wurde, kann man davon ausgehen, dass sich die ersten Siedler hier vor 500 n. Chr. hier niedergelassen haben.

Römische Münzfunde auf den Halden und in alten Stollen des ehemaligen Kupferbergwerks am Virneberg lassen darauf schließen, dass hier um 100 n.Chr. Erze abgebaut wurden (sieheGeschichte des Rheinbreitbacher Kupferbergbaus).


966 Rheinbreitbach wird zum ersten Mal urkundlich erwähnt: In einer Kaiserurkunde überträgt Kaiser Otto I. dem Aachener Marienstift Besitz im Auelgau u.a. zu Breitenbach (Rheinbreitbach).


In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gehörte Rheinbreitbach zur Grafschaft Sayn. Die Herren von Breitbach, deren Geschichte eng mit der Geschichte Rheinbreitbachs verbunden ist, waren damals Dienstmannen des Grafen Heinrichs III von Sayn (siehe "Herren von Breitbach").


1264 Johann von Sponheim, Erbe Heinrichs III von Sayn, verkauft die ererbten Güter in Unkel und Rheinbreitbach an den Kölner Erzbischof Engelbert II. Seit dieser Zeit gehört Rheinbreitbach zu Kurköln. Der Landesherr war der jeweilige Kurfürst und Erzbischof von Köln.


In kurkölnischer Zeit (bis 1803) gehörte Rheinbreitbach neben Unkel und Scheuren zum Kirchspiel Unkel und damit zu dem kurkölnischen Oberamt Altwied.


Das Kirchspiel Unkel hatte als gemeinsame Verwaltung das "Unkeler Gericht", an dessen Spitze der Schultheiß stand. Dem Schultheiß zur Seite standen fünf Schöffen, zwei aus Rheinbreitbach. Schultheiß und Schöffen stammten aus den angesehenen Familien und wurden vom Landesherrn, dem Kölner Kurfürsten auf Lebenszeit ernannt. Die Interessen der Bevölkerung gegenüber der Verwaltung vertrat der Unkeler Stadtrat. Die fünf Mitglieder, zwei davon aus Rheinbreitbach, wurden von der Bevölkerung der Orte Scheuren, Unkel und Rheinbreitbach gewählt.


1583 Zerstörung Rheinbreitbachs im sog. Kölner oder Truchsessischen Krieg.


1620 Rheinbreitbach - bis dahin zur Pfarrei Unkel gehörend - wird eigenständige Pfarrei.


1803 Nach Auflösung des Kölner Kurfürstentums im Rahmen der Säkularisation kommt Rheinbreitbach unter die Verwaltung von Nassau-Usingen. Die äußere Form der Verwaltung Kurkölns wird beibehalten.


1815 Gemäß den Vereinbarungen des Wiener Kongresses fällt das Rheinland und der größte Teil Westfalens als "Rheinprovinz" an Preußen. Rheinbreitbach gehört jetzt zu der Bürgermeisterei Unkel, an deren Spitze der Bürgermeister steht. Rheinbreitbach erhält einen eigenen Ortsgemeinderat mit einem Ortsvorsteher an der Spitze.


Seit

1849 besteht in Preußen das Drei-Klassen-Wahlrecht, das 1918 durch allgemeine, freie und geheime Wahlen abgelöst wird.

1881 Bau der Rheinbreitbacher Volksschule (heute Grundschule)


Während der Nazizeit bleibt die preußische Verwaltung erhalten; der bisherige Ortsvorsteher erhält die Bezeichnung "Schulze", die nach dem Kriegsende 1945 wieder verschwindet.


1949 Mit Beginn der Bundesrepublik tritt an die Stelle der Bürgermeisterei das Amt und


1968 die Verbandsgemeinde Unkel, die die Stadt Unkel und die Ortsgemeinden Bruchhausen, Erpel und Rheinbreitbach umfasst. An der Spitze des Amtes und der Verbandsgemeinde steht der jeweilige Amtsbürgermeister und seit 1986 der Bürgermeister der VG. Die Ortsgemeinden stellen einen eigenen Ortsbürgermeister, der bis 1989 von dem alle fünf Jahre zu wählenden Ortsgemeinderat gewählt wird.


1994 Der Ortsbürgermeister wird erstmalig durch "Urwahl" gewählt, d. h. alle wahlberechtigten Einwohner Rheinbreitbachs stimmen über den Ortsbürgermeister ab.



Literatur:

Brungs, Geschichte Rheinbreitbachs, Hg. Alfred Ermert, 1952
Voigtländer, Dorothea F., Rheinbreitbach - einst und jetzt, Hg. Heimatverein Rheinbreitbach, Bad Honnef 1974
Vollmer, Rudolf, Unkel am Rhein - Chronik einer Stadt, Unkel, 1995
Rheinbreitbacher Kirchengeschichte, Hg. Heimatverein Rheinbreitbach, Rheinbreitbacher Heimathefte 1999.





Das Villenviertel - Blick von Rheinbreitbach auf das Siebengebirge
Quelle: Heimatverein Rheinbreitbach

1 Kommentar:

  1. Sehr geehrte Damen und Herren des Heimatvereins ,

    Rheinbreitbach ist für mich , Barbara Rauch, aus väterlicher und mütterlicher Sicht von Bedeutung für meine Prägung .
    1. Mütterlicherseits : Mein Großonkel Wilhelm Goetze , ehemaliger Archivar und Schriftführer Ihres so wunderschönen Heimatvereins , verbrachte dort mit seiner Ehefrau Käthe Goetze , seinen wohlverdienten Ruhestand .Er war aus Berlin , seine ehemalige Arbeitsstätte nach Rheinbreitbach gezogen , das er und seine Frau , sofort in ihr Herz einschloss.
    So besuchte ich mit meiner Familie bis kurz vor seinem Tod sehr häufig Rheinbreitbach . Mein Onkel Willi konnte mir sehr viele interessante Geschichten zu Rheinbreitbach erzählen, auch bei seinen Rundgängen. Ich fühlte mich auch dort sehr wohl- besonders gefiel mir der alte Dorfkern , das Koppelkreuz , die Überschaubarkeit und die direkte Rheinlage.
    2. Väterlicherseits : Meine Großmutter verbrachte immer ihre Ferien bei ihrer Tante dort. Alle ihre Ahnen , sprich Großeltern und Urgroßeltern stammen aus Rheinbreitbach , sind dort geboren , haben dort geheiratet und die Meisten sind auch in Rheinbreitbach gestorben - also sind meine Wurzen auch in Rheinbreitbach zu finden.Mein Ururgroßvater Heinrich Jos Knauf , geb.1806 in Rheinbreitbach, war WINZER und starb 1880 in Rheinbreitbach .Er war mit der Anna M.Knauf ,geb.Gilgen verheiratet....Ich habe dazu eine Ahnentafel.
    Vermutlich aus dem Jahre 1910 habe ich ein Foto des Fachwerkhauses der Tante von meiner Großmutter . Abgebildet sind Tante , Großmutter und ein kl. blondes Mädchen mit Hintergrund in Richtung Koppelkreuz.Das Haus wurde später abgerissen .Als elektrische Überleitungen verlegt wurden , so die Schilderung meines Vaters ,trat meine Großmutter dieses Grundstück an die Gemeinde Rheinbreitbach ab. Zu meiner Zeit war es Weideland.
    Ich bin sehr gerne bereit eine Ablichtung dieses historischen Fotos zur Verfügung zu stellen . Es wäre mir eine Ehre.
    Gleichzeitig bitte ich Sie , mir dabei zu helfen , wem dieses Grundstück z.Zt. gehört.Da ich weder Flur - noch Parzellennummer kenne. Nach Aussage meines Vaters müsste bald die Eigentumsfrage neu geklärt werden. AG Linz , Rheinbreitbach und auch Verbandsgemeindeverwaltung Unkel Herr Siebertz konnten mir bisher nicht weiterhelfen.Ihnen fehlten die Flur-und Parzellennummer.
    Das Haus der Tante lag in der Anhöhe in Richtung Dorfkern und dem Koppelkreuz .
    Mein Name ist Barbara Rauch wohnhaft in 51545 Waldbröl
    Über eine baldige Antwort würde ich mich sehr freuen !
    Mit freundlichen Grüßen
    Barbara Rauch
    P.S. Ihre Homepage ist sehr interessant und lehrreich - gestern Abend habe ich dort einige Stunden darüber gelesen.

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