Verlorene Schätze

Die Rubrik "Verlorene Schätze" stellt heute nicht mehr bestehende oder stark veränderte Rheinbreitbacher Gebäude vor. Diesen Monat: 


Der Margarethenhof von 1734


Der Margarethenhof

Ein ehemals prachtvoller Hof an zentraler Stelle im Dorf. Abgerissen, statt saniert. Heute befindet sich an dieser Stelle die Sparkasse und das Dorf-Gasthaus Alt-Breitbach. 



Der Margarethenhof aus der Rheinstraße gesehen, rechts der Gasthof Zur Post
Quelle: Heimatverein Rheinbreitbach


Das Haus mit den zwei Türmen oder Haus Hubertus, Hauptstraße 45




Haus Hubertus (1977 abgerissen)
Quelle: Heimatmuseum Rheinbreitbach


Ortsbildprägend: Haus Hubertus in den 1960 er Jahren
Quelle: Heimatverein Rheinbreitbach


1853 logierte im Haus Hubertus Herman Grimm, Sohn von Wilhelm Grimm, bei seinem Besuch am Rhein, während seine Eltern und Geschwister im Allgemeinen im Clouthschen Hof abstiegen. 



Heimatausstellung im Haus Hubertus, rechts Beerdigungsunternehmer Schultheiß

Auf dem Bild von Bernd Lund 1845 ist Haus Hubertus noch ohne die charakteristischen beiden Türme zu sehen (links neben der Unteren Burg).


Bernt Lund 1845
Quelle: Stiftung RheinRomantik


Ortsbildprägend: Das Haus mit den zwei Türmen in der Hauptstraße (Mitte rechts neben dem Obstbaum).


Rheinbreitbach um 1938 mit Haus Hubertus
Quelle: Heimatmuseum Rheinbreitbach, alte Fotografie


Rheinbreitbach Innerorts, ca. 1930er Jahre
Foto: privat


Seit 1919 bewohnte der Landrat von Neuwied, Dr. Rudolf Reppert (1881 - 1968), das Haus Hubertus. Als er 1933 Landrat des Kreises Neuwied wurde vermietete er Haus Hubertus an die Landjahrjugend, die Haus Hubertus 1935 nach gründlicher Renovierung bezog. Reppert selbst ließ sich an der Rheinblickstraße eine neue Villa ("Reppertsberg") errichten und verkaufte später Haus Hubertus. 


Vor seinem Haus Hubertus, Dr. Rudolf Reppert (sitzend, helle Haare) mit Sturm 7/28 im Jahr 1931
Quelle: Heimat-Kalender Rhein-Wied-Kreis 1936, 9

Neben Haus Hubertus gab es ein weiteres Landjahrlager auf dem Gehöft Marienberg bei Bruchhausen. In diesen Heimen waren für neun Monate jeweils 80 vierzehn- bis fünfzehnjährige Jungen untergebracht, die Bauern in der Landwirtschaft halfen. Viele der Jugendliche kamen aus Mitteldeutschland, aus den Industriegebieten von Halle, Mansfeld, Eisleben, einige aus dem Saargebiet.

In  einem Bericht heißt es: 
"Nun wohnen wir schon einige Tage in Rheinbreitbach und stecken mitten in der Erdbeer-, Stachelbeer- und Kirschernte, die  in diesem gesegneten Landstrich reich ausgefallen ist. Eine Menge Arbeit liegt noch vor uns, aber wir spüren schon, wie sich der Kreis unseres Lagers erweitert und es in die Gemeinschaft des Dorfes hineinwächst."



Landjahrheim Haus Hubertus, Rheinbreitbach, 1936
Quelle: Landjahrhaus Hubertus in Rheinbreitbach, in Heimatkalender Rhein-Wied-Kreis 1936, 10; Aufnahme: Georg, Bad Honnef



WIR 2 1981






In einem Faltblatt der Tourismuswerbung für Rheinbreitbach 1935 
ist in der linken Bildhälfte gut Haus Hubertus auszumachen als auch das neue Haus des Landrats (links oben am Berg).


Ortswerbung 1935
Quelle: Heimatverein Rheinbreitbach



Um 1960 ist noch der alte Friedhof rechts neben der Kirche zu sehen. Die Untere Burg ist verfallen. Der Park der Oberen Burg hat noch einen umfangreichen alten Baumbestand. 
Das Haus mit den zwei Türmen (Haus Hubertus) musste noch nicht dem Neubau der Volksbank weichen. Auch den Sparkassen-Neubau gab es noch nicht, genau so wenig wie die Unternehmen Recticel und Hit. Statt dessen sind weite Flächen unbebaute Felder. Die B42 ist entlang des Rheines zu erkennen.

Rheinbreitbach um 1960
Quelle: Heimatmuseum Rheinbreitbach, alte Ansichtskarte



Schemel vom Landjahrlager aus Haus Hubertus
Foto: Jürgen Fuchs

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